„Du musst meinen was Du singst, ...!“

von MusicArtSchool (Kommentare: 0)

Interview mit der Sängerin und Gesangspädagogin Marina Alishauskaite

MAS: Hallo Marina! Du lebst ja schon eine ganze Weile hier in Thüringen. Du studierst an der Musikhochschule in Weimar und gibst Gesangsunterricht an der MusicArtSchool in Erfurt. Bitte erzähle uns über Deine erste Begegnung mit Musik!
Marina: Ich bin in Russland, in Kaliningrad geboren und aufgewachsen. Mein Vater hat oft für mich gesungen. Später haben wir dann zusammen Gitarre gespielt und gemeinsam gesungen. Seitdem ist das Zusammenmusizieren eine der schönsten Sachen überhaupt!

MAS: Wie verlief Deine musikalische Ausbildung?
Marina: Im Kindertheater habe ich gespielt, die Musikschule besucht, im Kirchenchor gesungen und in vielen Bands in meiner Heimatstadt Kaliningrad. Vor fünf Jahren kam ich nach Weimar. Hier lebe und arbeite ich in der Szene der Musikhochschule und des Nationaltheaters Weimar.

MAS: Was war besonders prägend für Dich?
Marina: Besonders prägend war meine Arbeit mit vielen verschiedenen Lehrern. Diese waren nicht immer Sänger, sondern auch Pianisten, Schauspieler, Tänzer, Regisseure, Dirigenten, u.a.! Manche von denen sind längst gestorben. Und jeder, wirklich jeder hatte etwas Wichtiges und Einzigartiges zu sagen.

MAS: Bitte erzähle was Amüsantes aus Deiner musikalischen Reifezeit!
Marina: Als ich 5-6 Jahre alt war, habe ich in einem Kinderchor gesungen und wie verrückt davon geträumt, eine Solistin im Chor zu sein. Aber ich war so schüchtern und habe mich so geschämt darüber mit der Chorleiterin zu sprechen, dass, als ich ein halbes Jahr später es doch gewagt habe, habe ich so leise und unklar gesprochen, dass sie mich stattdessen zu Altistin gemacht hat Marina: Ich denke an die Hauskonzerte in Kaliningrad - da spielten junge Leute oft in kleinen Wohnungen, Es waren zehn Leute anwesend, inklusive Musiker.

MAS: Welches war Dein grösstes Konzert?
Marina: Die größten Konzerte habe ich in der Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Weimar und Weimar Opernchor erlebt, in der Weimarhalle und in der Münchener Philharmonie. Das war richtig groß und laut!

MAS: Welches war Dein ungewöhnlichstes Konzert?
Marina: Ich kann mich gut an ein Performance von der Bauhaus-Universität erinnern, wo wir (drei Sänger) mit Texten von Jodorowsky improvisiert haben, während in der Mitte des Saals ein junger Mann sich an den Haken hängen lassen hat.

MAS: Mit welchem Musiker oder welcher Band würdest Du gern zusammen spielen?
Marina: Oh, mit vielen, mit allen! Mit Benjamin Britten, Nina Simone, Fabio Biondi oder Julian Lage, mit Thomas Dunford oder Jacob Collier aberehrlich gesagt mit jedem unbekannten Musiker genauso gerne.

MAS: Was sind Deine momentanen Projekte?
Marina: Zum Beispiel bereite ich gerade mit dem Theorbisten und Gitarristen Diego Chacón ein Programm mit alter Musik zum 400-jährigen Jubiläum von Barockdiva Barbara Strozzi vor. Die anstehenden Konzerte stehen leider aufgrund von Covid-19 in den Sternen.

MAS: Hast Du ein spezielles Lebensmotto als Musikerin?
Marina: Nein, kein spezielles Motto. Aber oft erinnere ich mich beim Musizieren an einen Satz aus einem Harry Potter Buch: "Du musst es auch wirklich so meinen"! Du musst in der Musik etwas wirklich meinen und sagen wollen. Sonst funktioniert es nicht, sonst klingt es nicht!

MAS: Möchtest Du noch etwas Besonderes über Dich und Deine Musik sagen oder den Schülern etwas mitteilen?
Marina: Ich möchte meinen Schüler viel Konzentration, Wille, Geduld, Neugier, Genuss und Spass an der Musik wünschen!

Vielen Dank!

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