#1

Belohne dich nach dem Üben!

Teile deine Spielzeit auf in konzentriertes Üben und entspanntes Spiel! Genieße den Spaß am Spielen.

Gib auch deinem Ehrgeiz Raum und übe und beiß dich durch ein neues Stück im langsamen Tempo durch!????

Aber belohne dich im Anschluss daran, indem du etwas spielst, was du gut beherrschst und genießen kannst. So endet deine Spielzeit immer mit einem positiven Gefühl. Und das motiviert dich, dein Instrument bald wieder in die Hand zu nehmen.

Du schaffst dir damit einen Kreislauf mit positivem Verstärkungseffekt. Du bist motiviert, Fortschritte zu machen, und hast Spaß beim Spielen.

#2

Metal und Stimme!

Heavy, Death, Black, Trash, Gothic, Symphonic oder Folk Metal... ein etwas unübersichtliches Genre mit unglaublicher Vielfalt. Wer schreit jetzt wie und warum? Gibt es eine gesunde Art zu schreien, ohne dass man seine Stimmbänder zerstört? Es stellen sich viele Fragen, wenn man sich als Sänger in diese Ecke wagt. Hier kommt alles, was du wissen musst, um nicht gleich überfordert zu sein.

Womit ich mich seit mehreren Jahren beschäftige, ist der gutturale Gesang, also die Schreitechnik. Angefangen habe ich damals in einer Punkband, weil ich gezwungenermaßen zum Sänger ernannt wurde. Unwissend habe ich mich mit meiner Bass-Baritonstimme in viel zu hohe Gesangslagen gewagt und meine Stimme überstrapaziert. Im Zuge meiner Sängerausbildung ein paar Jahre später habe ich mich mit der verzerrten Stimme autodidaktisch auseinandergesetzt.

Verschiedene Schreitechniken

Im Metalbereich werden verschiedenste Techniken angewendet, um einen natürlichen Zerreffekt mit der Stimme zu erzeugen. Diese Techniken werden umgangssprachlich in englische Begriffe wie Shout, Scream und Growl unterschieden. Mischungen und weitere Arten sind seltener. Verschiedene Metalstile benutzen teilweise eine typische dazugehörende Technik. Zum Beispiel bedient man sich im Death Metal meist dem Growl, der auch Grunt genannt wird. In den meisten Untergenres des Metals wird aber fleißig gemischt. Es kann vorkommen, dass von mehreren Sängern in der Band jeweils eine Gesangsart eingesetzt wird. Die ProgMetal/Sludge Band Mastadon ist ein gutes Beispiel dafür. Metal muss aber nicht unbedingt eine verzerrte Stimme beinhalten, sondern kann sich auch bei dem normalen cleanen Rockgesang bzw. klassischen Gesang bedienen. Dies zeigt vorzugsweise die Sängerin Tarja Turunen der Pionierband für Symphonic Metal Nightwish. Ihre prägnante Stimme gepaart mit der von Filmsounds geprägten Musik der Band um Keyboarder Toumas Holopainen haben Nightwish zu einer der erfolgreichsten Metalband gemacht. Inzwischen wurde die Sängerin Tarja mehrmals ersetzt, was aber ihre Pionierarbeit nicht mindert.

Der tiefere Sinn hinter Growl, Shout und Scream

Die gutturalen Gesänge sind die großen Vertreter im Metal und erstrecken sich über fast alle Unterarten des gesamten Spektrums. Diese natürlichen Effekte eignen sich sehr gut zur Unterstützung der meist aggressiven Texte und Arrangements. Schnelle Rhythmen, wummernde Bässe und kreischende Gitarren ergänzen das musikalische Konzept mit der verzerrten Stimme zum typischen Metal-Ensemble.

Alle diese Gesangsarten mit Verzerrung bedürfen einer grundlegenden Technik, welche erlernt werden kann, um eine Schädigung der Stimmbänder zu verhindern. Dieser Technik geht eine grundsätzliche Stimmbildung voraus, welche den Fokus auf die Kontrolle und den Aufbau des Zwerchfells legt. Des Weiteren wird erstmal die Grundverzerrung im Rachenbereich trainiert, da es sich bei Erwachsenen um ein unnatürliches Ansprechen der äußeren Stimmbänder (auch falsche Stimmbänder genannt) handelt. Als Neugeborenes oder Kleinkind können wir auf natürliche Weise schreien, irgendwann verlernen wir leider diese Fähigkeit. Es bedarf je nach Person und vorhergehender Gesangsaubildung mehr oder weniger Aufwands, um die Beherrschung des Effektes zu erlernen. Bei mir hat die Erforschung und Ausbildung nach der Grundausbildung ungefähr eineinhalb Jahre gedauert, bis ich eine zufriedenstellende Kontrolle über Growl, Shout und Scream erreicht hatte. Durch praktische Tipps aus der Onlinewelt, Kontrolle durch einen Gesangscoach und sorgfältige Selbsttests habe ich mich immer weiter vorgetastet. Es kann grundsätzlich von jedem selbständig erlernt werden, es empfiehlt sich aber einen Vocalcoach heranzuziehen, am besten einen ausgebildeten Rocksänger. Jemand, der den Fortschritt begleitet und unterscheiden kann, ob es gesund klingt oder nicht.

Growl

Der Growl ist der einfachere Effekt, den man erlernen kann. Für erste Ergebnisse braucht er etwas weniger Power vom Zwerchfell verglichen mit dem Shout und Scream. Böses Gesicht, Unterkiefer nach vorne schieben (Mund bleibt zu) und durch die Nase knurren, probiert es aus :)
Die Death Metal Band Six Feet Under benutzt ausschließlich das Growlen, ein gutes Beispiel für gesundes Growling.

Shout

Die Sängerin Candace Kucsulain von der Band Walls of Jericho, welche im Subgenre Metalcore einzuordnen sind, ist ein Paradebeispiel für eine saubere Shout-Stimme.

Die ehemalige Sängerin der schwedischen Melodic Death Metal Band Arch Enemy, Angela Gossow, benutzt als eine der wenigen Sängerinnen erfolgreicher Metalbands ausschließlich gutturalen Gesang in seiner ganzen Vielfalt. Neben dem hauptsächlichen Shout verschmelzt sie nahtlos alle verzerrten Gesangsarten bis hin zu Pig Squeal.

Scream

Deathcore ist eine Mischung aus Death Metal, Metalcore und manchen Einflüssen aus Hardcore Punk, welche mehrere Arten des gutturalen Gesangs bedient. Im folgenden Beispiel wird erst sehr klarer Death Growl benutzt, welcher vom schrillen Scream abgelöst wird. Dieses Kreischen auf eine gesunde Weise zustande zu bringen, ist nicht so einfach, wird aber von Carnifex sehr deutlich präsentiert.

von Stefan Wipfli/ Bonedo